Industriebau: Orte der Produktion und Logistik

Moderne Produktionsmethoden erfordern moderne Industriebauten
Foto: © ThomBal – stock.adobe.com
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Ein Wirtschaftsstandort braucht Industriebauten. Dazu zählen Gebäude, die vom Gewerbe und von der Industrie wirtschaftlich genutzt werden – zur Produktion, Lagerung von Produkten und Gütern. Nur wenige Bauunternehmen, Architekten und Planer haben sich ausschließlich auf den Industriebau spezialisiert. Für den Rohbau macht es oft keinen Unterschied, für welchen Zweck das Gebäude eigentlich bestimmt ist. Die meisten Bauinvestitionen, die 2016 getätigt wurden, bezogen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf den Wohnungsbau. Mit 61,2 Prozent aller Investitionen nimmt er die größte Sparte ein. Der öffentliche Bau ist hingegen zurückgegangen, hier liegt der Anteil bei lediglich 11,6 Prozent. Die restlichen 27,2 Prozent der Bauinvestitionen finden im Wirtschaftsbau statt, er ist relativ konstant geblieben. Der Umsatz der Baubranche ist im Verlauf des Jahres 2016 gestiegen, 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr, und beträgt nun 107 Milliarden Euro. Insgesamt wurden für Nichtwohngebäude als veranschlagte Baukosten 30,7 Milliarden Euro genehmigt. Davon entfallen 23 Prozent auf die Handels- und Lagergebäude sowie 16,8 Prozent auf sonstige Nichtwohngebäude. Der Anteil an Büro- und Verwaltungsgebäuden umfasst 17,8 Prozent, der Fabrik- und Werkstätten knapp 16,9 Prozent, hier sind im Vergleich zum Vorjahr die Genehmigungen zurückgegangen.

Ziel: Klimaneutralität bis 2050

Ein wichtiges Thema der Branche ist die Energieeinsparverordnung, EnEV, die die energetischen Anforderungen an ein Gebäude festlegt. Zehn Prozent des gesamten Gebäudebestands in Deutschland sind Nichtwohngebäude. Darunter fallen sowohl die öffentlichen Gebäude wie Schulen, Verwaltungen oder Schwimmbäder als auch die Gebäude in den Bereichen Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen. Trotz des geringen Anteils verbrauchen die Nichtwohngebäude mehr als ein Drittel des Gesamtenergiebedarfs aller Gebäude in Deutschland. Das Potenzial, hier Energie einsparen zu können, fällt somit entsprechend hoch aus. Um die Sanierungswelle dieser Gebäude voranzutreiben, fördert die KfW-Bankengruppe seit Juli 2015 die energetische Sanierung und auch den energieeffizienten Neubau gewerblicher Gebäude. Der damalige Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, sagte dazu: „Wir wollen bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Hierzu brauchen wir weitere Effizienzfortschritte im Gebäudebereich – und zwar nicht nur bei den Wohngebäuden, sondern auch bei gewerblichen Gebäuden und kommunalen Einrichtungen. Deshalb unterstützen wir mit der neuen KfW-Förderung Unternehmen und Kommunen bei energieeinsparenden Bauinvestitionen und schließen damit eine Lücke.“ Ob sich umfangreiche Sanierungsmaßnahmen lohnen oder ob bereits Einzelmaßnahmen effizient sind, lässt sich jedoch immer nur individuell ermitteln. Übrigens: Seit Anfang 2016 gibt es eine Förderung für Sanierungskonzepte und Neubauberatungen für Nichtwohngebäude.

Bei Neubauten sollten der Primärenergiebedarf für die Gebäudeheizung und die Warmwasseraufbereitung generell niedrig gehalten werden. Auch der Energieträger selbst und seine Auswirkungen auf die Umwelt werden hinzugezogen. Wer einen Neubau plant, sollte sich beim Bauen allerdings nicht mit den Mindeststandards der Energiesparverordnung zufriedengeben. Vielmehr ist es empfehlenswert, sich an zukünftige Baustandards zu orientieren, damit das Gebäude nach Fertigstellung bautechnisch nicht bereits überholt ist. Ein weiteres wichtiges Thema der Branche: BIM, Building Information Modeling. Hier laufen die jeweiligen Gebäudedaten in Echtzeit in eine virtuelle Cloud. Building Information Modeling soll beispielsweise dabei helfen, Fehlplanungen zu vermeiden. Diese Methode ist nicht nur für Architekten in der Planungsphase interessant, sondern auch für die Baufirmen, die mit der Gebäudeerrichtung beschäftigt sind. Auch die Facility Manager sollen von den Daten im laufenden Betrieb profi­tieren.

Karin Bünnagel | redaktion@regio-manager.de

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Ausgabe 05/2018