Clover: Kölner Innovation

Start-up überprüft Öko-Design online
Stefan R. Munz, Geschäftsführer der Clover Consulting GmbH & Co. KG
Stefan R. Munz, Geschäftsführer der Clover Consulting GmbH & Co. KG
Wenn Anfang Januar 2019 das neue Verpackungsgesetz in Kraft tritt, werden Unternehmen, die gut recycelbare Verpackungen in Verkehr bringen, erstmals einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, für ihr Öko-Design belohnt zu werden. Im Gegenzug soll die Beteiligung am System der gelben Tonne für schlecht zu verwertende Verpackungen teurer werden. Wie recyclingfähig die einzelnen Materialien eingestuft werden können, dazu gibt es von der neu geschaffenen ZSVR (Zentrale Stelle Verpackungsregister) in Abstimmung mit dem Umweltbundesamt eine Orientierungshilfe. Genau vorgeschriebene Verfahren lassen ermitteln, wie hoch der am Ende übrig bleibende Wertstoffgehalt einer Verpackung noch ist. Um Unternehmern dieses Prozedere zu erleichtern, hat das Kölner Start-up Clover Sustainability Services (www.oeko.design) eine eigene Online-Plattform entwickelt. Hier können die Firmen das Recyclingpotenzial ihrer Verpackungen selbst ermitteln. Voraussetzung für die Online-Zertifizierung ist, dass eine qualifizierte Spezifikation des Verpackungsherstellers vorliegt. Einschränkungen gibt es bisher nur bei schwarzen Verpackungen. Sie müssen mithilfe einer besonderen Methode gemessen werden. In den Sortieranlagen der dualen Systeme werden sie oft nicht erkannt und sind deshalb für ein hochwertiges Recycling verloren. In solchen Fällen erfolgt die Prüfung der Recyclingfähigkeit im Verpackungslabor von Clover. Hier werden jeweils zehn Verpackungen gemessen und das Verhalten in den Recyclinganlagen simuliert. Am Ende beider Verfahren weist Clover einen Prozentwert aus, der dem Grad der Recyclingfähigkeit entspricht. Auf Basis dieses Wertes können Unternehmen an der Verbesserung der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen arbeiten und die Anreizsysteme der dualen Systeme vergleichen.
Ausgabe 10/2018