#LikeABosch / Jung von Matt: Das Erfolgsgeheimnis

Mit dem Spot #LikeABosch haben Jung von Matt und Bosch eine überaus erfolgreiche Werbekampagne hingelegt – 23 Millionen YouTube-Aufrufe in drei Monaten.
Video #LikeABosch (YouTube, 20.03.2019)
Video #LikeABosch (YouTube, 20.03.2019)
Im Interview erklärt Andreas Ernst, Managing Partner bei Jung von Matt/Next/Alster, wie man derart erfolgreiche Projekte wie #LikeABosch realisiert.

DM: Wieso kommt Jung von Matt immer auf so gute Ideen?

Andreas Ernst: Das ist vor allem viel harte Arbeit. Die Vorstellung, man müsse nur auf eine geniale Eingebung warten, hat mit der Realität nicht viel zu tun. Hinter jeder guten Idee stehen Dutzende nicht so gute, die aber alle erst erdacht werden müssen, damit sich die eine wirklich außergewöhnliche Idee herausschälen kann.Unsere Kreativkultur, die wir jeden Tag leben, die viele sehr gute Kreative hervorbringt und wiederum neue Talente anzieht, trägt auch maßgeblich dazu bei, dass wir für die Marken unserer Kunden auf außergewöhnliche Ideen kommen – nicht immer, aber eben doch meistens.

DM: Jung von Matt bleibt bekanntlich unzufrieden. Sind Sie trotzdem zufrieden mit Ihrer Arbeit?

Andreas Ernst: Ja. Obwohl wir mit „Wir bleiben unzufrieden“ einen Grundsatz bis heute leben, den Holger Jung und Jean-Remy von Matt schon 1991 bei Gründung der Agentur aufgestellt hatten. Gemeint war und ist damit ja nicht, dass wir mit unserer Arbeit fortwährend unzufrieden sein müssten. Vielmehr geben wir uns erst dann zufrieden, wenn es wirklich richtig gut ist. Das gilt übrigens nicht nur für die Ideen, sondern auch für deren Umsetzung.

DM: Hätten Sie gerne öfter so mutige Köpfe wie Boris Dolkhani auf Kundenseite?

Andreas Ernst: Absolut! Denn in der Kommunikation gilt wie auch bei Investments: Nur wer sich etwas traut, hat die Chance auf Extra-Rendite.

DM: Hat es geholfen, eine so starke Marke wie Bosch als Grundlage zu haben?

Andreas Ernst: Ja und nein. Eine große Marke mit einer so enormen Bekanntheit wie Bosch ist natürlich ein riesiger Hebel. Aber je stärker eine Marke ist, desto geringer ist meist auch die Bereitschaft, etwas Neues zu wagen. Boris Dolkhani und sein Team haben hier sehr viel Mut bewiesen. Und das Schöne bei #LikeABosch ist zudem, dass es wirklich etwas substanziell Neues zu verkünden gibt. Denn ohne dass es die Öffentlichkeit groß wahrgenommen hätte, ist Bosch in den letzten Jahren zum Vorreiter bei der Entwicklung des Internet of Things (IoT) geworden und entwickelt viele innovative Hightech-Komponenten, ohne die manche Start-up-Innovationen aus Kalifornien, China oder eben Deutschland nicht denkbar wären, z.B. im Bereich autonomes Fahren. Und Bosch hat eine ganze Reihe Produkte im Regal, die den Alltag bereits heute mithilfe von IoT komfortabler, sicherer und umweltverträglicher gestalten – vom mitdenkenden Heiz-Thermostat bis zum selbstmähenden Rasenmäher.

DM: Erzählen Sie etwas von dem Projekt mit Bosch, lassen Sie uns hinter die Kulissen blicken.

Andreas Ernst: Spannend ist vor allem, wie ein so großer Konzern intern mit einer so neuen Art der Kommunikation umgeht. Nach anfänglicher Skepsis in der Konzeptphase – die eben auch ein erster Hinweis darauf ist, dass die Kampagne Momentum auslösen könnte – wird #LikeABosch von den Mitarbeitern jetzt regelrecht gefeiert. Die 400.000 Boschler sind spürbar stolz auf ihre Marke und sehen mit #LikeABosch bestätigt, dass sie in einer coolen Company an der Zukunft schrauben. Im Intranet hat sich ein Fanklub versammelt; es gibt neben den von uns gewissermaßen offiziell erdachten Merchandising-Artikeln viele selbst gemachte und selbst gedrehte Filme in #LikeABosch-Machart aus China oder den USA. Besonders gefreut hat uns ein Ingenieur, der einen #LikeABosch-Kuchen gebacken und im Netz geteilt hat.

DM: Können wir von Bosch und Jung von Matt noch mehr Kampagnen wie #LikeABosch erwarten?

Andreas Ernst: Man kann in den Analysen der Media- und Marktforscher klar erkennen, dass die Kampagne extrem effektiv und effizient arbeitet. Gute Kreation ist ja nie Selbstzweck. Sie muss – wie bei Bosch – Werte schaffen, von denen Marke und Unternehmen profitieren, und das am besten nachhaltig. Von daher: Ja, die Kampagne ist ein großer Erfolg und soll fortgesetzt werden. Ein Teil ist schon produziert und wird in den nächsten Wochen veröffentlicht. Außerdem erörtern wir derzeit mit Bosch, wie wir weitere Geschäftsbereiche integrieren können.

DM: Möchten Sie noch einen Tipp an die 100.000 größten Unternehmer geben, wie diese etwas mutiger seinen können oder besser warum sie überhaupt mutig sein sollten?

Andreas Ernst: Das wäre vermessen, denn die sind ja sehr erfolgreich und wissen sicher selbst am besten, wann und warum sie mutig agieren sollten. Dass sich mutige Markenkommunikation im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt, belegt #LikeABosch einmal mehr. Wir möchten bei der Gelegenheit Ihren Mut als Kommunikations-Marke hervorheben und dem Deutschland Manager zu seiner ersten bundesweiten Auflage gratulieren!

Patrick Schillgalies | redaktion@deutschlandmanager.de

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Deutschland-Ausgabe 2019