Management

Unternehmenspraxis (06/25)

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von REGIO MANAGER 08.01.2026
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DIGITALISIERUNG &

TECHNOLOGIE

Cyberangriffe verursachen

Rekordschaden

Der deutschen Wirtschaft ist laut Bitkom durch Cyberangriffe zuletzt ein Rekordschaden von 202 Milliarden Euro entstanden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat Mitte November 2025 seinen Lagebericht vorgelegt und unterstreicht die angespannte Sicherheitslage. Deutschland ist eines der Top-Ziele von Cyberkriminellen. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst erklärt, es sei umso wichtiger, dass Unternehmen Cybersicherheit als Kernaufgabe begreifen. Zwar schulen 79 Prozent der Unternehmen inzwischen Beschäftigte regelmäßig zu IT-Sicherheitsfragen, etwa wie sie Phishing-Mails erkennen. Doch viele Betriebe haben noch Nachholbedarf bei umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.002 Unternehmen ab zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von Kalenderwoche 16 bis 24 im Jahr 2025 statt.

Mittelstand-Digital-Zentren

zeigen Wirkung

Die Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitalisierung des Mittelstands erzielen deutliche Erfolge. Eine externe Evaluation der Initiative Mittelstand-Digital bestätigt laut BMWE eine hohe Wirksamkeit. Das Programm zielt auf bessere digitale Infrastruktur und mehr digitale Kompetenz in kleinen und mittleren Unternehmen. Die Förderung wirkte sich positiv auf den Digitalisierungsgrad und die Entwicklung der unterstützten Unternehmen aus und hat eine hohe volkswirtschaftliche Hebelwirkung erzeugt. Mit dem Investitionszuschussprogramm Digital Jetzt wurden zwischen September 2020 und Dezember 2022 bei den geförderten Unternehmen mit 134,3 Millionen Euro Fördermitteln Umsatzzuwächse in Höhe von insgesamt rund 447,1 Millionen Euro ausgelöst. Das bundesweite Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren bietet KMU konkrete Praxisbeispiele und passgenaue Angebote zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Netzwerk wird seit Juni 2024 stärker auf KI und KI-Readiness ausgerichtet. Das BMWK ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Das Netzwerk läuft Ende 2026 aus, ab 2027 soll eine neue Fördermaßnahme für KMU aufgesetzt werden.

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Die KfW Bankengruppe erhöhte ihre Zusagen in den ersten neun Monaten 2025 in einem weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld um 7,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 14 Prozent. Die KfW gewährte insgesamt Finanzierungen in Höhe von 61,4 Milliarden Euro. Die Mittelstandsbank verzeichnete eine besonders erfreuliche Entwicklung. Mit 16,2 Milliarden Euro wurden nahezu doppelt so viele Fördermittel neu zugesagt wie im Vorjahreszeitraum mit 8,6 Milliarden Euro. Zum 1. Juli 2025 hat die KfW das Produktangebot in der Innovations- und Digitalisierungsförderung neu gestaltet. Neben einer niederschwelligen Förderung für kleinere Unternehmen wurden gestaffelte Förderintensitäten eingeführt. Je anspruchsvoller das Vorhaben, desto höher ist die Förderung. Der Einsatz und die Entwicklung von Zukunftstechnologien, insbesondere künstlicher Intelligenz, werden besonders stark unterstützt. KfW-Chef Stefan Wintels erklärt, die KfW verbessere die Konditionen ihrer Förderung für Kunden in diesem Jahr mit rund 500 Millionen Euro aus eigenen Mitteln.

Mittelstand zeigt Resilienz

Trotz großen konjunkturellen Gegenwinds haben sich die mittelständischen Unternehmen in Deutschland zuletzt als stabil erwiesen. Das zeigt das KfW-Mittelstandspanel 2025. Die Gesamtumsätze der 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen stiegen im Jahr 2024 leicht um zwei Prozent auf 5,2 Billionen Euro. Preisbereinigt ergab sich zwar ein leichtes Minus von einem Prozent, ein Jahr zuvor hatte das Minus aber noch bei zehn Prozent gelegen. Die mittelständischen Unternehmen präsentierten sich erneut als Beschäftigungsmotor der deutschen Wirtschaft. Noch nie fanden so viele Menschen ihren Arbeitsplatz in kleinen und mittleren Unternehmen: Die Beschäftigtenzahl stieg um 207.000 auf 33,01 Millionen Personen. In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Erwerbstätigkeit im Mittelstand damit um rund sieben Millionen Personen zugenommen. Die Unternehmen steigerten die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Jahr 2024 wieder leicht auf 30,7 Prozent. Der Anteil schwach kapitalisierter Mittelständler mit Eigenkapitalquoten von unter zehn Prozent verringerte sich deutlich auf 28,4 Prozent. Die Umfrage fand von Februar bis Juni 2025 statt, zudem gab es eine Sonderbefragung im September 2025.

Die Schwäche der Konjunktur hält an und der Arbeitsmarkt bleibt ohne Schwung. Das erklärte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, Ende November 2025. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im November saisonüblich abgenommen. Die Zahl der Beschäftigten stagniert und die Arbeitskräftenachfrage bleibt verhalten. Mit der auslaufenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im November 2025 um 26.000 auf 2.885.000 gesunken. Saisonbereinigt ist sie gegenüber dem Vormonat mit plus 1.000 geringfügig höher. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Verglichen mit dem November des letzten Jahres liegt die Arbeitslosenzahl um 111.000 höher. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von August auf September 2025 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 12.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 35,23 Millionen Beschäftigten um 12.000 höher. Im November waren 624.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 44.000 weniger als vor einem Jahr.

Mindestlohn steigt

2026 auf 13,90 Euro

Das Bundeskabinett hat im November 2025 die Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung beschlossen. Damit wird der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2026 zunächst auf 13,90 Euro je Zeitstunde angehoben und steigt in einem weiteren Schritt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Die Anhebung folgt dem Beschluss der Mindestlohnkommission vom 27. Juni 2025. Der Mindestlohn steigt damit zunächst um 8,42 Prozent und im Folgejahr um weitere 5,04 Prozent, insgesamt also um 13,88 Prozent. Das ist die größte sozialpartnerschaftlich beschlossene Lohnerhöhung seit Einführung des Mindestlohns. Von der Anhebung werden rund sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erklärt, mit der zweistufigen Anhebung bekommen Millionen Beschäftigte spürbar mehr für ihre Arbeit, und die Unternehmen können die steigenden Kosten verantwortungsvoll über zwei Jahre verteilen. Seit der Einführung des Mindestlohns zum Januar 2015 hat sich der Niedriglohnsektor um fast 1,5 Millionen Beschäftigungsverhältnisse verringert.

Pflegemindestlöhne

steigen bis 2027

Am 19. November 2025 hat sich die Pflegekommission einstimmig auf höhere Mindestlöhne für Beschäftigte in der Altenpflege geeinigt. Bis zum 1. Juli 2027 sollen die Mindestlöhne für Pflegekräfte in Deutschland in zwei Schritten steigen. Die Pflegemindestlöhne werden nach Qualifikationsstufe gestaffelt. Für Pflegehilfskräfte empfiehlt die Pflegekommission eine Anhebung auf 16,95 Euro pro Stunde, für qualifizierte Pflegehilfskräfte auf 18,26 Euro pro Stunde und für Pflegefachkräfte auf 21,58 Euro pro Stunde. Sie gelten einheitlich im gesamten Bundesgebiet. Für Beschäftigte in der Altenpflege empfiehlt die Pflegekommission weiterhin einen Anspruch auf zusätzlichen bezahlten Urlaub über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinaus von neun Tagen pro Kalenderjahr bei einer Fünf-Tage-Woche. Rund 1,3 Millionen Beschäftigte arbeiten in Einrichtungen, die unter den Pflegemindestlohn fallen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales strebt an, die neuen Pflegemindestlöhne auf dem Weg einer Verordnung festzusetzen.

Mindestausbildungs-

vergütung steigt 2026

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die Sätze der Mindestausbildungsvergütung für das Jahr 2026 berechnet. Für Auszubildende in dualen Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung, die ihre Ausbildung zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2026 beginnen, steigt die Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr um knapp 6,2 Prozent auf 724 Euro. Im zweiten Jahr beträgt die Mindestvergütung 855 Euro, im dritten Jahr 977 Euro und im vierten Jahr 1.013 Euro. Die Veröffentlichung der neuen Sätze erfolgte am 10. Oktober im Bundesgesetzblatt. Die Mindestausbildungsvergütung gilt seit 2020 und ist eine gesetzlich festgelegte Untergrenze für die monatliche Ausbildungsvergütung. Der weitaus größte Teil der Auszubildenden erhält eine Ausbildungsvergütung deutlich oberhalb der Mindestausbildungsvergütung. So erhielten im Jahr 2024 nach Berechnungen des BIBB die Auszubildenden in tarifgebundenen Betrieben über alle Ausbildungsjahre hinweg im Durchschnitt eine Ausbildungsvergütung von 1.133 Euro brutto im Monat.

IHK NRW betont, dass es nun auf eine Kehrtwende hin zu einer wachstums- und zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik ankommt. Die wirtschaftliche Lage in Nordrhein-Westfalen bleibt angespannt. Die Unternehmen kämpfen weiterhin mit den veränderten Rahmenbedingungen auf den Weltmärkten und zusätzlich mit konjunkturellem Gegenwind im Inland. IHK NRW warnt anlässlich der finalen Haushaltsverhandlungen im Bundestag vor Standortnachteilen für Nordrhein-Westfalen bei der Finanzierung der Verkehrsinfrastrukturen. Mit einer neuen Veröffentlichung zeigt IHK NRW zudem den aktuellen Stand des Wasserstoffhochlaufs in Nordrhein-Westfalen auf. Die Publikation fasst die wichtigsten Entwicklungen und Erkenntnisse der H2 Roadshow NRW zusammen, die 2025 in Münster, Bonn und Hagen stattfand. Wasserstoff gilt aktuell als Hoffnungsträger einer klimaneutralen Energieversorgung. Der Wasserstoffhochlauf brauche Tempo, Infrastruktur und Planungssicherheit, so IHK NRW.

Landesbestenehrung

feiert Top-Azubis

Die IHKs in Nordrhein-Westfalen haben am 14. November 2025 die 124 besten Auszubildenden des Landes geehrt. Unter dem Motto BESTIVILLE – Das Festival der besten Azubis aus NRW wurde die Landesbestenehrung in der Stadthalle Soest gefeiert. Die Auszubildenden wurden für ihre hervorragenden Leistungen in den Abschlussprüfungen ausgezeichnet. In der Stadthalle erwarteten sie DJs, Streetfood, eine Chillout-Lounge sowie Musik von den Fascinating Drums und Gentleman DEE. Als Moderatoren führten das EinsLive-Radio-Duo Michael Imhof und Olli Briesch durch die Veranstaltung. Die Landesbestenehrung wird jährlich abwechselnd von einer der 16 IHKs in NRW ausgerichtet. In diesem Jahr zeichnete die IHK Arnsberg verantwortlich. Die Veranstaltung macht die Spitzenleistungen der Auszubildenden sichtbar, die in ihren IHK-Abschlussprüfungen landesweit die besten Ergebnisse erzielt haben.¶

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