Im Rahmen des IT-Unternehmertags, der Mitte Oktober 2025 in Frankfurt stattfand, wurde die Software Reybex – entwickelt von der EDIT Systems GmbH mit Sitz in Essen – in der Kategorie Cloud-native ERP als „ERP-System des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Der Preis wird vom GITO Verlag in Kooperation mit der Universität Potsdam und dem Center for Enterprise Research (CER) vergeben. Der Wettbewerb zieht jährlich eine Reihe namhafter ERP-Lösungen aus dem deutschsprachigen Raum an. Reybex trat in dieser Umgebung mit an und konnte sich in der Cloud-Kategorie an die Spitze setzen. Das Besondere: Reybex ist keine Migration einer alten Software in die Cloud, sondern wurde vor mehr als zehn Jahren gewissermaßen direkt in der Cloud geboren: „Wir haben nie versucht, ein Legacy-System nachträglich cloud-fähig zu machen“, erklärt Selcuk Acar, Geschäftsführer der EDIT Systems GmbH. „Wir haben von Anfang an für die Cloud programmiert – das macht den entscheidenden Unterschied.“ Dieser Unterschied zeigt sich konkret: Wo klassische ERP-Implementierungen ein Jahr oder länger dauern und sechsstellige Budgets verschlingen, schafft Reybex den Go-Live in manchen Fällen binnen vier Wochen. Die Implementierungszeiten liegen bis zu 70 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Das macht das System besonders attraktiv für mittelständische Unternehmen zwischen 10 und 3.000 Mitarbeitern – jene Betriebe, denen SAP zu komplex und teuer ist, kleinere Warenwirtschaftslösungen aber nicht genug Funktionstiefe bieten.
Vom Systemhaus zum Softwarehersteller
Die Geschichte von Reybex beginnt vor 20 Jahren. Selcuk Acar arbeitete damals in einem Systemhaus in Münster, implementierte SAP-Lösungen und migrierte alte DOS-ERP-Systeme in die Windows-Welt. „Jedes Projekt dauerte mindestens ein Jahr und kostete Hunderttausende Euro“, erinnert sich der Geschäftsführer. „Nach 100.000 Euro Budget konnten wir oft noch nicht viel zeigen.“ Die Erkenntnis: So konnte es nicht weitergehen. Vor 16 Jahren machte sich Acar dann selbstständig und startete zunächst mit einem kleinen Team, das internationale ERP-Lösungen in 24 Ländern implementierte und erkannte: Der Markt brauchte etwas Neues.
Vor 13 Jahren begann die Entwicklung von Reybex. Die Vision: Ein ERP-System, das modern, cloud-basiert, schnell implementierbar und trotzdem funktional komplett ist. Das Problem: Es gab nichts Vergleichbares am Markt. Weder SAP noch Microsoft, Sage, ABAS oder ProAlpha boten damals ein echtes Cloud-ERP. „Wir wollten eigentlich nie selbst ein ERP-System programmieren“, gibt Acar zu. „Wir wussten, was für ein dickes Brett das wird. Aber wir waren praktisch dazu gezwungen, weil es keine Alternative gab.“ Im Jahr 2014 ging das System dann mit den ersten Kunden live. Heute ist Reybex ein vollwertiges All-in-One-Cloud-ERP für die Digitalisierung und Automatisierung von Unternehmensprozessen – von der Warenwirtschaft über Vertrieb, CRM, Buchhaltung und Lager bis zur Logistik und Produktion.
Flexibilität als Wettbewerbsvorteil
Was Reybex von anderen Cloud-ERP-Systemen unterscheidet, ist vor allem die Anpassungsfähigkeit. Viele Cloud-Lösungen funktionieren gewissermaßen nach dem Prinzip „friss oder stirb“ – der deutsche Mittelstand aber ist komplex. „Nur weil ein Unternehmen kein Konzern ist, heißt das nicht, dass es nicht komplex ist“, betont Acar. „Wir können Reybex trotz Cloud stark anpassen. Wie einen maßgeschneiderten Anzug.“ Reybex basiert auf einer modernen Multi-Tenant-SaaS-Architektur. Individuelle Kundenanforderungen lassen sich somit flexibel und release-fähig umsetzen – ohne kostspielige Sonderlösungen. Hinzu kommen über 100 direkt verfügbare Schnittstellen zu Shops, Marktplätzen, Versanddienstleistern und Finanzsystemen. „Wir sind API-first“, sagt Acar. „Schnittstellen, die früher 100.000 Euro gekostet haben, bekommen wir heute für 3.000 Euro hin.“
Prozessautomatisierung ist das zweite Herzstück von Reybex. In Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich kaum ein Mittelständler mehr leisten, Mitarbeiter mit repetitiven Aufgaben zu beschäftigen. Reybex automatisiert genau diese Prozesse: Bestellvorschläge auf Basis von KI-gestützter Bedarfsplanung, automatische Belegerkennung aus E-Mails, vollautomatische Auftragserzeugung aus eingehenden PDFs oder Word-Dateien. „Wir haben Kunden, die bekommen täglich um die 200 Aufträge per E-Mail – mit PDF, Word-Anhängen oder nur als Text“, beschreibt Acar.
„Reybex liest diese E-Mails automatisch ein, erkennt Kunden und Produkte, erzeugt vollautomatisch Aufträge und schickt zehn Minuten später die Auftragsbestätigung raus. Die Quote der Automatisierung liegt teils bei über 90 Prozent.“ Das Ergebnis: Innendienstmitarbeiter im Vertrieb werden von monotoner Dateneingabe entlastet und können sich auf Beratung und Umsatzsteigerung konzentrieren. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Seit einem Jahr integriert Reybex KI-Funktionen in das System – für Bedarfsprognosen, Angebotsautomatisierung und Datenanalysen. „Durch KI schaffen wir es, etwa 40 Prozent der täglichen Prozesse vollständig zu automatisieren“, freut sich Acar. „Und die Entwicklung geht weiter.“
Datensouveränität als strategischer Vorteil
Ein entscheidendes Kriterium für viele mittelständische Kunden: die Datensicherheit. Reybex hostet alle Daten ausschließlich in deutschen Rechenzentren, in strategischer Partnerschaft mit IONOS, einem der führenden deutschen Anbieter. „Der typische deutsche Mittelständler hat seine Daten gerne unter Kontrolle“, weiß Acar. „Weil es zumeist hochsensible Daten sind: Einkaufspreise, Margen, Lieferantendaten, Stücklisten oder auch ›
Rezepturen.“ Made in Germany, hosted in Germany – das ist bei Reybex nicht nur ein Marketingversprechen, sondern ein strategischer Vorteil. Während große amerikanische Cloud-Anbieter wie AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure zuletzt im November 2025 teils mehrstündige Ausfälle erlebten, lief Reybex ohne Unterbrechung weiter. Hinzu kommt die politische Dimension: Unter der neuen Trump-Regierung wächst in Deutschland die Sorge vor Abhängigkeiten von amerikanischen Tech-Konzernen. Ein weiterer Meilenstein war für die Essener die Internationalisierung vor etwa fünf Jahren. Die Software Reybex ermöglicht es den Kunden, international zu wachsen – ohne dass das Unternehmen EDIT Systems selbst in jedem Land ein Büro eröffnen muss.
Wie leistungsfähig Reybex in der Praxis ist, zeigt beispielsweise der internationale Rollout bei der Snushus AG. Das Unternehmen hat Reybex in sieben Ländern und zehn Gesellschaften erfolgreich ausgerollt. Dank der Cloud-Architektur werden sämtliche Daten in Echtzeit zwischen E-Commerce, Lager und Finanzbuchhaltung synchronisiert – die zentrale Basis für weltweiten Vertrieb und vollautomatisierte Prozesse. „Reybex hat unser internationales Wachstum erst möglich gemacht“, bestätigt Cyril Meyer, Geschäftsführer der Snushus AG. „Über 90 Prozent unserer Abläufe laufen heute automatisiert und prozesssicher – so können wir uns voll auf die Skalierung unseres Geschäfts konzentrieren.“ Auch andere Unternehmen vertrauen auf die Essener Lösung: Die Rasenwelt GmbH steuert ihre E-Commerce- und B2B-Prozesse zentral über das System – inklusive Pick & Pack, Zahlungsabgleich, Multichannel-Anbindungen und weitreichender Automatisierungen. Zu den weiteren Referenzkunden zählen Corporate Benefits, KTC im Bereich Reporting und Großhandel, die Tunershop GmbH für Multichannel-B2C sowie die Fripa Papierfabrik für Großhandel und Logistik. Sie alle setzen auf Reybex, um Prozesse zu standardisieren, Datenflüsse zu harmonisieren und Wachstum nachhaltig abzusichern.
Seit drei Jahren baut EDIT Systems konsequent ein Partnernetzwerk auf. „Wir haben uns vom Projektgeschäft zum Softwarehersteller entwickelt“, berichtet Acar. „Heute realisieren wir zwar immer noch Projekte, aber in kleinerem Stil. Den Großteil der Implementierungen übernehmen mittlerweile unsere Partner.“ Das Channel-Geschäft ermöglicht Skalierung ohne Personalaufbau. Aktuell beschäftigt EDIT Systems rund 50 Mitarbeiter – viele davon sind bereits seit vielen Jahren im Unternehmen. „Wir haben eine sehr niedrige Fluktuation, sehr loyale Mitarbeiter, die an die Vision geglaubt haben“, sagt Acar. Durch den Einsatz von KI in der eigenen Softwareentwicklung ist das Team heute dreimal so produktiv wie noch vor wenigen Jahren.
IT zur Chefsache machen
Selcuk Acars dringendste Empfehlung an den Mittelstand: Das Thema IT unbedingt ernst nehmen. „In vielen mittelständischen Unternehmen gibt es einen Produktionsleiter, einen Vertriebsleiter, einen Einkaufsleiter – alle im Management-Gremium. Aber häufig niemanden, der die IT offiziell vertritt“, weiß er. „In vielen Fällen ist einer der Mitarbeitenden nur nebenbei für die IT zuständig. Das ist ein großer Fehler.“ IT sei heute mehr denn je ein Erfolgsfaktor. „Wenn man sich die erfolgreichsten Firmen der Welt anschaut, sind das fast alles IT-Unternehmen“, sagt Acar. „Deshalb müssen Mittelständler IT in den Mittelpunkt rücken und zum Bestandteil ihrer Strategie machen. IT muss unbedingt zur Chefsache werden.“
Seine Empfehlung für die Anbieterwahl: Moderne Technologie mit KI-Integration, ausreichend Branchenkenntnis und Referenzen. „Wenn sich heute noch jemand für alte Software entscheidet, schaufelt er sich im Grunde sein eigenes Grab“, warnt Acar. „Damit kann man keine KI anbinden. Das ist eine Totgeburt.“ Für die Zukunft hat sich EDIT Systems ein klares Ziel gesetzt: mit Reybex das beste Cloud-ERP-System in der DACH-Region anzubieten. „Made in Germany, 100 Prozent in deutscher Hand, ohne Venture Capital oder Private Equity – aus dem Mittelstand für den Mittelstand“, resümiert Acar. „Unser Ziel ist es, unsere Kunden noch erfolgreicher zu machen und den deutschen Mittelstand global wettbewerbsfähiger zu machen.“
Die Auszeichnung als ERP-System des Jahres 2025 ist dabei kein Endpunkt, sondern Bestätigung und Ansporn zugleich. Das Besondere an Reybex: Es verbindet Flexibilität mit Stabilität, Agilität mit Prozesssicherheit, moderne Technologie mit deutscher Gründlichkeit. 80 Updates pro Jahr halten das System auf dem neuesten Stand. Vorkonfigurierte Module ermöglichen schnelle Implementierungen. Die Mehrmandantenfähigkeit und internationale Ausrichtung machen Skalierung möglich. Und das alles aus einer Hand, entwickelt und betrieben in Deutschland. „Cloud kann effizient, souverän und zukunftssicher zugleich sein“, fasste es die Jury des ERP-Awards zusammen. Reybex beweist eindrücklich, dass dies keine Vision mehr ist, sondern bereits Realität. Aus dem Ruhrgebiet, für den Mittelstand, in die Welt.
EDIT Systems
Harkortstraße 63
45145 Essen
Ein Porträt des Unternehmens und weitere Informationen zu EDIT Systems finden Sie HIER
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