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PASD Architekten Feldmeier - Wrede


Das Büro für Architektur, das der Hagener vor rund 30 Jahren mit seinem Schulfreund Helmut Feldmeier in Hagen gründete, ist heute gemessen an der Mitarbeiterzahl mit 33 Angestellten das größte in Südwestfalen. Beide Firmengründer studierten an der Fachhochschule für Architektur in Hagen, wo sie eine solide Grundausbildung erhielten. Um ihre Kenntnisse vor allem im Bereich des Entwurfs zu erweitern, trennten sich ihre Wege vorübergehend: Helmut Feldmeier ging an die Universität nach Berlin, Jürgen Wrede nach Hannover, um von den damaligen Koryphäen der Architekturszene zu lernen. Anschließend wurde der Plan, mit einem eigenen Büro gemeinsam durchzustarten, in die Tat umgesetzt. Nachdem die ersten Aufträge noch buchstäblich auf dem Küchentisch realisiert wurden, bezogen die Gründer zunächst ein Büro in Hohenlimburg; später verlegte man den Standort in die Elberfelder Straße in Hagen und schließlich in das neu entstandene Sparkassen-Karree, das nicht nur zentral gelegen ist, sondern auch den Anspruch der Geschäftsführer an eine gelungene und inspirierende Architektur erfüllt. War PASD in den Anfangsjahren vorwiegend im Großraum Ruhrgebiet aktiv, erweiterte sich der Radius nach dem Mauerfall schnell um die neuen Bundesländer. Heute sind die Hagener in ganz Deutschland tätig und verfügen seit September 2014 außerdem über eine Niederlassung in Hamburg, um von dort aus Projekte im norddeutschen Raum steuern und begleiten zu können. Auch die Auslandsaktivität ist über die Jahre dynamisch gewachsen: Zuletzt wurden Bauvorhaben in Kroatien und der Türkei sowie für einen großen portugiesischen Projektentwickler abgewickelt. Regelmäßig und sehr erfolgreich nimmt das Büro an europaweiten Bewerbungsverfahren teil – allein im letzten Jahr bekam PASD den Zuschlag für Schulen in Gießen und Mainz. Im Interview erläutern Geschäftsführer Jürgen Wrede und Stefan Burkard (Wettbewerbsabteilung) die Chancen und Herausforderungen in einer immer differenzierten Branche und warum Architektur kein Job, sondern eine Lebenseinstellung ist. SWM: Im Gegensatz zu vielen anderen Architektur-Büros haben Sie sich ganz bewusst nicht auf eine Sparte spezialisiert, sondern sind breit aufgestellt. Warum bevorzugen Sie ein großes Portfolio? Jürgen Wrede: Wir wollen uns einfach nicht von bestimmten Branchen abhängig machen, da nie absehbar ist, inwiefern diese stabil bleiben oder auch von politischen Einflüssen wie Gesetzesreformen betroffen sind – wie es etwa im Gesundheitswesen der Fall war. Stattdessen sind wir breit aufgestellt und sowohl im Städtebau als auch in der Umnutzung denkmalgeschützter Gebäude aktiv. Mittlerweile setzen wir verstärkt auf Neubauten in allen Bereichen – Schulen, Kindergärten, Kirchen, Shopping-Center, Museen, Brücken. Dieses breite Portfolio hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Arbeit nie einseitig wird, was für jeden kreativen Architekten ein Graus ist. Immer nur eine solide Architektur zu machen reicht auf Dauer nicht aus. Man möchte auch mal Projekte mit Wow-Effekt umsetzen, bei denen man auf den Entwurf schaut und spontan begeistert ist. Stefan Burkard: Natürlich machen wir alles, was zum Tagesgeschäft gehört – wie etwa der Umbau von Supermärkten –, und das auch gerne. Aber jeder Architekt wünscht sich dann und wann auch mal ein schönes, spektakuläres Projekt, in das er seine ganze Kreativität einfließen lassen kann. Zurzeit funktioniert das sehr gut beim Bau einer Schule am Neustätter See in der Schweiz. SWM: Wie beschreiben Sie Ihren konzeptionellen Ansatz? Stefan Burkard: „Wir vertreten eine transparente, lebendige Architektur, die die Sinne anspricht und die inneren Grundbedürfnisse, die in jedem Menschen angelegt sind, spiegelt. Wir sehen Architektur nicht als bloßen Job, sondern als eine Lebenseinstellung. Sie macht sich bemerkbar, indem man etwa beim Gang durch die Straßen an nicht so schönen Ecken die Motivation verspürt, etwas zu gestalten.“ SWM: Dieser Gestaltungswille hat im Stadtbild von Hagen tatsächlich seine Spuren hinterlassen – so war PASD etwa für die Neugestaltung des zentralen Friedrich-Ebert-Platzes verantwortlich. Welche Kriterien waren dabei für Sie ausschlaggebend? Jürgen Wrede: Als es die sogenannte Neue Mitte in Hagen noch nicht gab, standen die Flächen, die einerseits dem Verkehr und andererseits den Fußgängern zur Verfügung standen, in einem krassen Missverhältnis. Heute ist es ganz normal, dass Leute draußen in Cafés sitzen und sich auf breiten Boulevards bewegen können. Damals war das anders, und ich habe versucht, etwas von dem Flair mediterraner Städte oder Urlaubsorte in Hagen umzusetzen. Angefangen damit, dass der Platz durch ein Solitärgebäude begrenzt wurde, um eine klare Raumkante zu schaffen. Plätze sind das A und O in Städten, denn dort sammeln sich Menschen, dort findet Leben statt. SWM: Was ist die größte Herausforderung bei Projekten wie diesen? Jürgen Wrede: Bei Projekten im öffentlichen Raum gilt es immer, einen Sinn für ästhetische Architektur gegen viele andere, oft sehr pragmatische Interessen durchzusetzen. Hinzu kommt, dass man zwar gerne innovativ sein darf, dabei aber die unterschiedlichsten Ansprüche erfüllen muss: Architektur muss nachhaltig sein, bestimmte Energiestandards erfüllen, Brandschutzvorgaben und zahlreiche technische Details berücksichtigen. Das macht unsere Arbeit immer komplexer, aber auch immer spannender. SWM: Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Team den immer umfassenderen Aufgaben gerecht wird? Jürgen Wrede: Man braucht unterschiedliche Leute, um das komplette Spektrum adäquat abdecken zu können. Wir beschäftigen sowohl erfahrene Architekten als auch junge Leute, die frisch von der Schule kommen. Auch was die Nationalitäten und den Anteil weiblicher und männlicher Mitarbeiter angeht, sind wir gut durchmischt.“ SWM: Es heißt, dass die Zeichnung die Sprache des Architekten ist. Wie hat sich die Umsetzung in den letzten Jahren geändert? Stefan Burkard: „Enorm. Die Zeiten, in denen ein Architekt gezeichnet hat, während ein zweiter die Perspektive konstruierte und ein dritter die Coloration übernahm, sind vorbei. Heute nutzen wir bei PASD alle Möglichkeiten der neuen Medien konsequent aus und setzen CAD-Programme, 3D-Software und moderne Visualisierungstools ein, um das gleiche emotionale Ergebnis herzustellen.

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Ausgabe 03/2015

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