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Mobilfunk und Festnetz werden eins

Mehr als 1,3 Milliarden Smartphone wurden 2014 weltweit ausgeliefert. Allein 44 Millionen Deutsche nutzen ein Smartphone, wobei die mobilen Alleskönner mit wachsender Funktionsverschmelzung zur zentralen Navigationseinheit für unser Leben werden. Der Telekommunikationsmarkt steckt dennoch in schwierigen Zeiten.



Das Zusammenwachsen von Computertechnik, Telefonie und Unterhaltungselektronik kennzeichnet in immer schnelleren Schritten die Zukunft der Kommunikationswelt. Mehr Geschwindigkeit in den Datennetzen, wie z.B. mit dem VDSL-Netz, und kontinuierlich sinkende Preise, die mit wachsender Marktdurchdringung einhergehen, machen innovativen Unternehmen das Leben leichter. Viele neue Anwendungsbeispiele für diesen Trend konnte man vor wenigen Wochen auf der CeBIT 2015 in Hannover sehen. Dass die fortschreitende Digitalisierung auch in der deutschen Wirtschaft zu umwälzenden Veränderungen führt, betonte der Branchenverband BITKOM in einer Studie, die er zur CeBIT veröffentlichte. Danach betrachten 70 Prozent der befragten Unternehmen den digitalen Wandel als große Herausforderung und 55 Prozent ändern sogar wegen des Innovationsdrucks ihr Geschäftsmodell.       
 Die Zauberwörter der Entwicklung sind Flexibilisierung und Mobilität. Die neuen Dual Phones sind ein gutes Beispiel für die Vereinfachung der Telekommunikationswelt, denn Festnetz und Mobilfunk verschmelzen dabei zu einem Endgerät. Mit dem T-One präsentierte die Deutsche Telekom ein solches Gerät in der Größe eines normalen Handys, mit dem man zu Hause oder im Büro über die gleiche Nummer telefonieren oder SMS versenden kann wie unterwegs oder an einem WLAN-Hotspot. Und der Telefon-Riese ist mit diesem Angebot nicht allein. Auch Arcor und freenet setzen mit attraktiven Mobil Devices auf den Trend, künftig nur noch mit einem Gerät im Festnetz und mobil zu telefonieren – daheim telefoniert man am DSL-Anschluss zu Festnetz-Preisen und unterwegs bucht sich das Gerät in ein Handynetz ein.     

Druck von zwei Seiten


Ob diese Entwicklung der Telekommunikationsbrache den dringend erwarteten Auftrieb bringen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Laut BITKOM verharrt der Markt schon im dritten Jahr in Folge im Minus: „Die Umsätze mit TK-Infrastruktur, Endgeräten sowie Diensten wie Sprachtelefonie und Datenübertragung werden im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,9 Prozent auf 64,4 Milliarden Euro schrumpfen“, prophezeit der Digitalverband mit Blick auf aktuelle Prognosen der „European Information Technology Observatory“ (EITO). BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf: „Die Telekommunikationsunternehmen stehen von zwei Seiten unter Druck. Zum einen sind die Umsätze mit Sprachdiensten sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk weiterhin stark rückläufig. Zum anderen flacht die Wachstumskurve bei Smartphones nach dem rasanten Anstieg in den Vorjahren sichtbar ab“. Trotz dieser schwierigen Situation heben die Netzbetreiber ihre Investitionen in die Netze erneut an. Sie werden 2015 voraussichtlich um 3,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zulegen, um gegen den Negativtrend anzukämpfen. Emrich Welsing I redaktion@südwestfalen-manager.de

Ausgabe 03/2015