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Dr. Mathias Hüttenrauch, CEO von Nedschroef
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„Wir befinden uns in der Transformation“

Innovation und Standardisierung: Nedschroef entwickelt Zukunftsstrategien



Die Transformation ist nicht mehr aufzuhalten: Drei Jahre ist es her, seitdem die Koninklijke Nedschroef Holding von dem chinesischen Hersteller von Verbindungselementen Shanghai Prime Machinery Company (PMC) übernommen wurde. Die globale Reichweite des Unternehmens mit Hauptsitz in Helmond (Niederlande) konnte infolgedessen erweitert werden. Um die High-end-Verbindungselemente der Automobilindustrie auch zukünftig wettbewerbsfähig zu machen, ist der Blick ganz klar in die Zukunft gerichtet. „Wir sind stolz auf unserer Wurzeln: Mit seinem ältesten Standort in Altena bietet Nedschroef Jahrhunderte an Erfahrung, Handwerkskunst und Qualitätsbewusstsein“, sagt Dr. Mathias Hüttenrauch, Vorstandsvorsitzender der Koninklijke Nedschroef Holding B.V., „doch es gibt drei Markttrends, auf die wir reagieren müssen.“ Die Rede ist von Klimawandel, Konnektivität und Urbanisierung. Die Autohersteller sind – aufgrund gesetzlicher Vorgaben - in der Pflicht, zukünftig mehr Elektrofahrzeuge anzubieten und natürlich wird auch das autonome Fahren die Industrie ebenso weiterhin begleiten wie neue Business-Modelle für Mobilität. „Die Nachhaltigkeit steht im Fokus“, so Dr. Mathias Hüttenrauch weiter. Um den Leichtbau weiter voran treiben zu können, müssen die Hersteller auf effizientere Materialien setzen. „Für unsere Transformation haben wir die vier Fs entwickelt: Fasteners, Forming, Functionality und Fixing.“ Nedschroef bleibe zwar weiter im Schrauben-Geschäft (Fastener), beschäftige sich aber auch mit Kaltumformungen ohne Gewinde (Forming). Eine Zusammenarbeit mit den größten Automobilherstellern (OEM’s) gibt es bereits. Am Entwicklungsprozess für neue Motoren sitzen nun bereits die Verbindungstechniker von Nedschroef mit am Tisch. „Unsere Produkte sollen den Anspruch erfüllen über die Verbindungstechnik hinaus in die Funktionalität entwickelt zu werden.“ Hüttenrauch ist sich sicher: In Zukunft werden die Schrauben nicht nur leichter, sondern auch weniger. Die Anforderungen an die Verschraubungs-Systeme steigen also. Gleichzeitig müssen die kritischen Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden. Bei den Schrauben herrscht Preisdruck. „Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir gleichzeitig Kosten einsparen und standardisieren.“ Von der Mechanik hin zur Elektronik: Auch in dem Prozess für teilautonomes oder vollautonomes Fahren sieht sich Nedschroef involviert. In diesem Prozess die Digitalisierung eine Rolle: Zwar werde Nedschroef laut Hüttenrauch auch in Zukunft keine Navigationsgeräte bauen, ein weiterer Geschäftszweig könne jedoch sein, iPads, iPhones oder andere neue mobile Geräte so im Fahrzeug zu fixieren, dass diese auch nach einem Unfall noch funktionieren. „Wir forschen bereits in diesen Bereichen. Dabei ist uns durchaus bewusst, dass hier Netzwerke und Partnerschaften erforderlich sind.“ Den Netzwerk-Gedanken zu verfolgen und sich teilweise vom hierarchischen Denken verabschieden, in diese neue Welt muss auch ein großer Konzern erst mal hinein wachsen. Wurden bislang an der hauseigenen Akademie nur technische Fortbildungen angeboten, so konzentriert man sich dort jetzt in erster Linie auf Führungsseminare. „In Projekten oder Netzwerken zu denken, ist eine neue Herausforderung. Darüber hinaus stehen wir vor der Frage, wie wir unsere Prozesse so aufsetzen, dass eine weltweite Standardisierung möglich wird. Diese unterschiedlichen Sinnesmodelle bündeln wir nun unter dem Dach der Holding, um sie an die einzelnen Standorte weiter zu geben.“ Sowohl in Altena als auch in Plettenberg stehen die Zeichen auf Veränderung. An beiden Standorten wird gehörig investiert.

Ausgabe 04/2017