Image
Firmenansicht der Fabri GmbH und Co. KG

„Bio“ auch bei Holz gefragt

Tischler zufrieden: Unverändert starke Nachfrage



Tischler in Deutschland blicken auf ein gutes Wirtschaftsjahr 2014 zurück. Knapp 60 Prozent der 1.100 befragten Tischlerbetriebe beurteilten zum Jahresende ihre Geschäftslage als gut. Etwa 36 Prozent geben ihr immer noch die Note „befriedigend“. 40.000 Tischlereien werden in Deutschland gezählt, den Bautischlereien wird ein Umsatz von etwa zehn Milliarden Euro zugeschrieben, der Möbelherstellung gut 20 Milliarden Euro. Mit rund 375 Euro pro Kopf und Jahr geben die Deutschen deutlich mehr für Möbel aus als die meisten anderen Europäer. Gut 11.000 Betriebe werden bei den Zimmerleuten gezählt, auch sie verzeichnen mit 6,5 Milliarden Euro ein Umsatzplus.
Wohnzimmer, Arztpraxis, Luxusjacht oder Kirche: Es gibt kaum einen Ort, an dem sich keine Tischlerarbeit findet.  Der Tischler stellt nicht nur individuelle Möbel her, er übernimmt auch ganze Inneneinrichtungen. In Abstimmung mit dem Kunden entwirft, gestaltet und fertigt er alles, was gewünscht wird – vom Einbauschrank bis zur Wand- und Deckenverkleidung. Mit modernen, zum Teil computergesteuerten Maschinen verarbeitet er neben Holz auch Kunststoffe, Holz- und Mineralwerkstoffe, Glas, Metall und Stein. All diese Werkstoffe finden sich auch in Messeständen, Ladeneinrichtungen oder Konzertsälen, die Tischler ebenfalls fertigen.
Auch für Fenster und Türen ist der Tischler der richtige Ansprechpartner. Ausbesserung der alten Fenster und Türen, neue schalldämmende und energiesparende Fenster, Haus- und Wohnungstüren, die ungebetenen Eindringlingen das Leben schwermachen: Die Produktpalette des Tischlers ist so variabel wie die Anforderungen der Wohnverhältnisse.
Ob Fliegengitter, Fußböden, Treppen, Dachausbau, Renovierungen oder Fassadendämmung – der Tischler ist der Experte bei allen Themen rund ums Bauen, Wohnen und Einrichten.
Das Zimmerer-Handwerk firmiert heute unter dem Begriff  „Holzbau“. Im Neubaubereich werden nicht nur Häuser mit Niedrigenergie- und Passivhausstandards errichtet, sondern auch Energieplushäuser, die mehr Energie erzeugen, als ihre Bewohner verbrauchen. Holz eignet sich für den privaten Eigenheimbau, ist aber auch bei Gewerbe- und Zweckbauten wie Schulen und Kindergärten und im Ingenieurholzbau, beispielsweise bei Hallen und Brücken, gefragt. In der Bauwerks-erhaltung und Denkmalpflege ist der Holzbau genauso zu Hause wie beim Treppenbau, im Bereich Ausbau und Trockenbau und bei Bedachungen.
Die Holzbranche muss sich aktuellen Herausforderungen stellen: Im Zuge des wachsenden Umweltbewusstseins und der Zunahme von Allergien wird das umweltschonende Bauen und Einrichten mit Holz sowohl Bautischler als auch Möbeltischler fordern, „Biomöbel“ sind insbesondere bei Privatkunden gefragt: Für immer mehr Käufer wird die Herkunft von Hölzern, Leimen und Holz-oberflächen  ein entscheidendes Kriterium: Im Bereich der Modernisierung bedeutet das z.B.: Ersatz von Teppichböden durch Holzfußböden, Energiesanierungen durch Einbau neuer Fenster. Für den Tischler bedeutet dies aber auch, ein stärkeres Augenmerk auf die Oberflächenbehandlung seiner Werkstücke zu legen, etwa Lacke zu vermeiden oder für den Holzschutz auf traditionelle Methoden zurückzugreifen. Reinhold Häken | redaktion@suedwestfalen-manager.de

Ausgabe 04/2015