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Im Frischezentrum haben sich rund 50 Gewerbebetriebe aus der Lebensmittelbranche niedergelassen
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Vom Guten das Beste

Im Frischezentrum Essen sind 42 Händler, Dienstleister und produzierende Betriebe ansässig, die Gewerbetreibende mit frischen Lebensmitteln versorgen.



Es ist kurz nach Mitternacht, als die ersten Lkw im Frischezentrum Essen (FZE) ankommen. Auf dem Gelände in der Lützowstraße herrscht bereits zu nächtlicher Stunde reger Betrieb: Schließlich sollen die hier umgeschlagenen Waren möglichst frisch in den Ladentheken und Kochtöpfen regionaler Gewerbetreibender landen. Für die Mehrzahl der 42 ansässigen Betriebe ist die Nacht deshalb die Hauptgeschäftszeit. Auf einer Fläche von 100.000 Quadratmetern sind mehr als 600 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb im Einsatz, um gewerbliche Wiederverkäufer sowie Großabnehmer aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche rund um die Uhr mit ebenso frischen wie qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen. „Von Profis für Profis“, beschreibt Rolf Strobel, Geschäftsführer der Frischezentrum Essen GmbH, unter deren Dach die eigenständigen Händler und Dienstleister agieren, das Konzept. „Ob Rohware oder fertiges Gericht – wenn es um die professionelle Nutzung von Lebensmitteln geht, sind Gewerbetreibende im FZE an der richtigen Adresse.“ Schließlich können die Betriebe von Fleisch über Fisch, Obst und Gemüse bis hin zu Wein mit einem reichhaltigen Sortiment aufwarten. Jeder Einzelne von ihnen agiert dabei nach dem FZE-Motto „Vom Guten das Beste“. Bereits vor mehr als 100 Jahren siedelte sich auf dem Gelände Essens städtischer Schlachthof an, der 1976 privatisiert wurde. 1981 zog auch der Obst- und Gemüsegroßmarkt in die Lützowstraße. „Mit dem Zusammenschluss von Großmarkt und Schlachthof entstand letztlich ein deutschlandweit einzigartiges Projekt.“

Eigener Schlachthof und Großhandel

Um die Vermietung der Immobilien kümmert sich heute die Frischezentrum Essen GmbH. Das Unternehmen betreibt außerdem den Schlachthof, der nun unter dem Namen FVE-Fleischversorgung Essen eG firmiert. Tiere von Landwirten aus der Region werden hier für Fleischereien in der Region geschlachtet. „Dieser regionale Kreislauf gewährleistet kurze Wege – sowohl beim Transport der Tiere als auch bei der Auslieferung des Fleisches.“ Ansässig sind auch Fleischgroßhändler, die Waren auf Wunsch in Teilstücke zerlegen. Rolf Strobel leitet zudem den Gilde Frisch-Markt, der 1934 auf dem Gelände als Einkaufsgemeinschaft für Fleischer gegründet wurde und sich im Laufe der Jahre zu einem Vollsortimenter mit 13.000 Artikeln und 75 Mitarbeitern entwickelt hat. Kunden können aber nicht nur im Cash & Carry-Markt einkaufen; bei Bedarf können sie die benötigten Waren einfach bestellen: Zehn Fahrzeuge sind täglich in einem Radius von 100 Kilometern unterwegs, um Fleischereien, Kantinen, Gastronomiebetriebe und Co. zu beliefern. Darüber hinaus haben sich produzierende Unternehmen angesiedelt. Dazu zählt beispielsweise die Gemeinschaftsverpflegungseinrichtung Kiddy Food, die täglich circa 2.000 gesunde Menüs für Kindergärten und Schulen kocht. Auch die Großküche „Essen für Kids“ der Neue Arbeit der Diakonie Essen gGmbH ist im Frischezentrum zu finden. Deren Köche werden von Langzeitarbeitslosen unterstützt, die wieder an das Berufsleben herangeführt werden sollen. Gemeinsam bereitet das Team rund 3.000 Menüs am Tag zu. Selbst Nischen wie das küchenfertige Schälen und Schneiden von Salat und Gemüse werden im Frischezentrum abgedeckt. „Dank unserer zentralen Lage mitten im Ruhrgebiet und eines modernen Logistikkonzeptes gelingt es, einen schnellen Warenumschlag sicherzustellen“, betont Strobel. „So können wir neben dem breiten Angebot auch die Frische der Produkte jederzeit gewährleisten.“

ALT Ausgabe 01/2017