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Produkte der Extraklasse

No-Name-Unternehmen mit allerfeinster Qualität: Informationstechnologie im Aufwind.



Die Software- und IT-Dienstleistungsbranche ist eines der „bestgehüteten Geheimnisse Deutschlands“. Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung bringt die Ergebnisse einer Studie auf den Punkt: Die Namen der Unternehmen sind nahezu unbekannt, ihre Produkte zählen aber zur Extraklasse und werden weltweit genutzt. Auch das Hamburger Institut für Management- und Wirtschaftsforschung stimmt in das Loblied ein. Neun von zehn der deutschen Unternehmen nutzen einheimische Software-Produkte. Sie schätzen an den deutschen Herstellern vor allem die persönliche Beratung, die regionale Präsenz, das ausgeprägte Verständnis für spezifische Kundenbedürfnisse, die Zuverlässigkeit und das Branchenwissen.
„Software made in Germany entwickelt sich zum Exportschlager“, kommentiert der Branchenverband BITKOM. Die aktuelle Konjunkturumfrage des Verbandes unterstreicht: Der IT-Mittelstand ist für die kommenden Monate sehr zuversichtlich. Acht von zehn mittelständischen IT-Unternehmen gehen davon aus, dass die Umsätze im ersten Halbjahr steigen, zehn Prozent rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen. „Die Stimmung in der Branche ist außerordentlich gut – und im Mittelstand läuft es noch ein bisschen besser“, sagt Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. Besonders zuversichtlich sind Softwareunternehmen, von denen 85 Prozent weiterwachsende und acht Prozent stabile Geschäfte erwarten. Bei den Anbietern von IT-Dienstleistungen rechnen 84 Prozent mit steigenden und neun Prozent mit stabilen Umsätzen.

13.000 IT-Spezialisten fehlen

Die positiven Geschäftserwartungen dürften auch direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Zwei Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen wollen im Laufe dieses Jahres zusätzliches Personal einstellen. Nur drei Prozent gehen davon aus, die Beschäftigtenzahl reduzieren zu müssen. „Die innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen bieten allerbeste Chancen für Jobwechsler und gut ausgebildete Einsteiger“, so Dietz. Für die Unternehmen ist der Fachkräftemangel weiterhin das größte Problem. Aktuell fehlen allein im IT-Mittelstand 13.000 IT-Spezialisten.
Die deutsche IT-Branche mit ihren etwa 67.000 Unternehmen wird von mittelständischen Firmen dominiert. Nach Angaben des Bundesverbands IT-Mittelstand (BITMi) sind fast 99 Prozent der Firmen kleine oder mittelgroße Unternehmen mit weniger als 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Sie erwirtschaften allerdings etwa 65 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche. Zu den wichtigsten IT-Regionen in Deutschland zählt Baden-Württemberg. Produzenten, Dienstleister, Ausbildungseinrichtungen und Forschungsstätten arbeiten dort eng zusammen und entwickeln die Region zum IT-Spitzencluster in Europa.
Doch nicht nur in Schwaben sorgt die zunehmende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien für Wirtschaftswachstum, steigende Exporte und mehr Beschäftigung. Der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll in diesem Jahr um 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 154,4 Milliarden Euro wachsen. Die Exporte legten zuletzt um 49 Milliarden Euro zu, 1,46 Millionen Menschen wurden zusätzlich beschäftigt. „Diese Zahlen belegen den herausragenden Beitrag, den die Digitalisierung zu Wachstum und Wohlstand liefert“, analysiert BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.
Die Informationstechnologie wächst der Prognose zufolge aktuell um 2,8 Prozent auf 76,8 Milliarden Euro. Deutlich zulegen kann auch das Geschäft mit Software, das um 4,9 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro wächst. Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen wie Outsourcing und Wartung steigen um 2,4 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro. In der Telekommunikation geht BITKOM von einem Plus von 0,5 Prozent und Umsätzen von 66,3 Milliarden Euro aus. Auch die Umsätze mit TK-Infrastruktur werden zulegen. Hauptgrund dafür sind die Investitionen der Telekommunikationsanbieter in schnellere Breitbandnetze. Schwächer entwickelt sich dagegen der Markt für IT-Hardware, auch Desktop-PCs und Laptops lassen sich anders als Tablet-Computer deutlich schlechter verkaufen. Auch die Unterhaltungselektronik schwächelt. In diesem Segment werden die Umsätze bei 11,4 Milliarden Euro stagnieren, insbesondere drohen trotz Olympia und Fußball-Weltmeisterschaft deutliche Verluste beim Umsatz mit TV-Geräten, die 44 Prozent des Gesamtmarkts für Unterhaltungselektronik ausmachen.
Von der Digitalisierung profitieren aber alle Branchen. Den größten Anteil haben Dienstleistungen mit einer zusätzlichen Wertschöpfung von rund 95 Milliarden Euro, gefolgt von der Industrie mit 38 Milliarden Euro. Hier erreicht allein der Maschinenbau ein Plus von fast vier Milliarden Euro, die Automobilindustrie kommt auf 3,5 Milliarden Euro und die chemische Industrie auf 3,4 Milliarden Euro. Durch dieses Wachstum entsteht auch Beschäftigung. 2012 sorgte die Digitalisierung in Deutschland für 1,46 Millionen Arbeitsplätze. Besonders stark ist der Anstieg der Beschäftigung mit 976.000 in den Dienstleistungssektoren. Aber auch in der Industrie sorgte die Digitalisierung für einen Wachstumseffekt von 300.000 zusätzlichen Stellen. Am stärksten gilt dies für den Maschinenbau mit 28.000 und die Automobilindustrie mit 24.000 Arbeitsplätzen, so wie das Prognos-Institut berechnet hat.

1.477 Euro je Einwohner für ITK

Analysiert wird auch, dass in Deutschland für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) deutlich mehr ausgegeben wird als in vielen anderen großen Industrienationen. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande statistisch betrachtet 1.477 Euro je Einwohner für ITK ausgegeben. Damit liegt Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt (1.197 Euro) und weit vor Ländern wie Italien (930 Euro), Spanien (928 Euro), Russland (403 Euro), China (213 Euro) oder Indien (49 Euro). Ähnlich hohe Aufwendungen wie Deutschland hat Frankreich (1.470 Euro). Weit mehr als die Bundesrepublik geben hingegen Japan (1.807 Euro), Großbritannien (1.994 Euro) und die USA (2.430 Euro) aus. „Deutschland muss und kann mehr in die Digitalisierung investieren“, analysiert der Branchenverband BITKOM.
 Während die Umsätze die Branche zufriedenstellen, droht eine grundsätzliche Gefahr: Trotz des nach wie vor eklatanten IT-Fachkräftemangels ist Informatik an deutschen Schulen ein Stiefkind und kein fester Bestandteil des Fächerkanons. „Die Unterrichtspraxis an allgemeinbildenden Schulen wird der Bedeutung von IT nicht mehr gerecht. Der IT-Standort Deutschland verliert den Anschluss“, warnt Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverbandes IT-Mittelstand e.V. (BITMi). Als Querschnittstechnologie sei die IT heute in beinahe allen Lebensbereichen präsent, aber als Schulinformatik nur in Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern als Pflichtfach angesiedelt. Grün fordert bundesweit eine verpflichtende Grundqualifikation. Dabei solle nicht nur die Anwendungskompetenz erhöht, sondern auch die ethischen Regeln im Umgang mit IKT reflektiert werden. „Es ist ein übergreifender Ansatz erforderlich, der Chancen für zukünftige Anwender und Spezialisten eröffnet“, so Grün. Länder wie Estland, Indien, Südkorea, Israel und die USA hätten die Chancen eines frühen, kreativen Umgangs der Schüler mit der Technik längst erkannt. Deutschland habe hier dringenden Nachholbedarf.
Investitionen zur Verbesserung der IT-Sicherheit haben für europäische Unternehmen derzeit die höchste Priorität. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Unternehmen aller Branchen geben an, dass das Thema von hoher oder sehr hoher Bedeutung für sie ist. „Das gesteigerte Sicherheitsbewusstsein bei deutschen Unternehmen und die damit verbundenen höheren Ausgaben in IT-Sicherheit lassen sich auf die Überwachungsskandale à la PRISM und Co. zurückführen“, erklärt Markus Schaffrin im aktuellen Report „Internet-Sicherheit 2014“, den eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., veröffentlicht hat. Demnach gehen 59 Prozent der befragten IT-Experten von steigenden oder sogar stark steigenden Sicherheitsausgaben aus. 45 Prozent der Experten prognostizieren für 2014, dass die allgemeine Bedrohungslage für Internet-Sicherheit stark wachsen wird. Als wichtigstes Sicherheitsthema hat der eco-Report das Thema „Mobile Device Security“ ausgemacht. Auf Rang zwei findet sich Cloud Security, gefolgt von Schadsoftware im Web und E-Mail-Verschlüsselung. Auch der Frage, wie sich Firmen am besten vor IT-Gefahren schützen können, ist der Report nachgegangen. Als wichtigste Maßnahmen, wie Internet-Sicherheit in den einzelnen Unternehmen zu gewährleisten ist, sehen die Experten den Datenschutz (54 Prozent), gefolgt von Mitarbeiter-Sensibilisierung (52 Prozent) und Notfallplanung (38 Prozent).

Dass das Thema Sicherheit derzeit nicht nur im politischen Raum diskutiert, sondern intensiv auch von der Wirtschaft beobachtet und analysiert wird, wird zudem bei der CeBIT deutlich: Mehr als 500 Anbieter werden vom 10. bis 14. März in Hannover ihre IT-Security-Lösungen zeigen.

redaktion@niederrhein-manager.de

Ausgabe 03/2014